Rottenburger Sülchenkirche wieder eröffnet

Gottesdienste in Sülchen

Ein regelmäßiger Gottesdienst findet in der Sülchenkirche statt

  • Dienstags
  • um 19:00 Uhr

Bitte beachten Sie, dass es ausnahmsweise Änderungen geben kann. Die geplanten Gottesdienstzeiten finden Sie hier

Allgemeines
  • Die Kirche ist werktags (außer Dienstag und Mittwoch) ab 8:00 bis ca 18:00 Uhr geöffnet
  • Dienstags wird die Kirche um 9:00 Uhr geöffnet
  • Mittwochs wird die Kirche um 12:00 Uhr geöffnet
Hotspot der Glaubensgeschichte

- Die Sülchenkirche in Text und Bild finden Sie   >>> hier <<<

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(Quelle: http://www.drs.de/initiativen/wiedereroeffnung-suelchenkirche.html )

Die Sülchenkirche- Ein Wahrzeichen!

Was für Funde! Funde, die tief hineinblicken lassen in die Geschichte, in die Anfänge des vor 1500 Jahren einsetzenden wichtigsten kulturellen Prozesses der nachrömischen Ära, der Christianisierung des Neckarraums und der Alemannen.

Das Zeichen des Kreuzes, das der Boden unter der Sülchenkirche freigab, ist hierfür Indiz und Offenbarung zugleich. Zweimal gleich trat es in Form von Scheibenkreuzen zu Tage und bezeugte damit die Auf- und Annahme des christlichen Lebens der hier zur letzten irdischen Ruhe Bestatteten, ihren Glauben an das Erlösungswerk Jesu Christi und ihre Hoffnung als auf Jesu Christi Tod und Auferstehung Getaufte auf das ewige Leben in Gott.

Unter den mehr als 170 freigelegten Grä- bern gehören allein 78 der alemannischen Zeit an. Als „unvergleichlich“, als „einzigartig“ bestimmen die Archäologen die Funde. Manche geben Hinweise auf Menschen burgundischer, fränkischer Herkunft. Auf sie mag auch das Urpatrozinium des Hl. Martin von Tours (316-397), des Nationalheiligen der Franken, zurückgehen.

Schon immer umwehte die Aura des Besonderen die Sülchenkirche. Deutlich noch in der Landschaft erkennbar, war ihr eine alte Mittelpunktsfunktion eigen. Dank der Ausgrabungen der Jahre 2012 bis 2015 trat nun ans Licht, dass hier im Herzen des alemannischen „Sulichi“ vor den Toren des römischen Sumelocenna und des spätmittelalterlichen Rottenburg sogar ein Zentrum, ein Ausgangspunkt der Christianisierung gelegen hatte. Dabei offenbarten die archäologischen Einsichten der vorausgegangenen Jahrzehnte das historische Sulichi als eine der größten alemannischen Siedlungsflächen zwischen den Vogesen und dem Lech.

Mittelpunktfunktion hatte die Sülchenkirche als Urpfarrei und Mutterkirche mit einem ursprünglich bis nach Tübingen sich erstreckenden Sprengel bis Ende des 18. Jahrhunderts, als Kiebingen, Wurmlingen und Wendelsheim noch hierher eingepfarrt waren.

Gleich einem mächtigen Denkmal steht das Gotteshaus von Sülchen in der vom Neckarlauf gebildeten Ebene unterhalb des Ausläufers des Tübinger Spitzberges mit der Wurmlinger Kapelle auf dem Gipfel. 1869 entstand hier in dem auf uraltem Grund, 1513 vollendeten Bau der Sülchenkirche die Grablege der Bischöfe der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Spätestens seit 680 n. Chr., das wissen wir jetzt durch die archäologischen Forschungen, war die Sülchenkirche ein herausragender kultureller Mittelpunkt. Damals schon stand am Ort des heutigen Baus eine Kirche aus Stein. Das ist für sich schon eine historische Sensation! Sind doch sonst aus der Zeit vor 700 im alemannischen Kulturraum fast nur Holzkirchen bekannt.

Eine weitere Sensation: Dieser Sakralbau ist – wiederum singulär - über einem alemannischen Gräberfeld errichtet worden. Die Aufhebung der strikten Trennung von Verstorbenen und Lebenden, die Einbeziehung des Gedächtnisses der Toten in den Gottesdienst der Lebenden zeugt von dem entscheidenden kulturellen Wandel, den der christliche Glauben mit seiner Hoffnung auf die Auferstehung der Toten und das ewige Leben herbeiführte.

Dass dies in der Sülchenkirche aufgrund der archäologischen Fundsituation nun in überzeugender Weise zu Tage trat, macht das Denkmal Sülchenkirche mit seiner Baugeschichte zu einem Wahrzeichen der Anfänge des christlichen Glaubens.

Der historische Zufall wollte es, dass unter Aspekten der topographischen Zentralität Rottenburg 1821/28 zum Bischofssitz für die Katholiken Württembergs bestimmt und damit an einem Ort angesiedelt wurde, der bereits im frühesten Mittelalter, Zentrum und Ausgangspunkt des christlichen Glaubens gewesen ist.

Für uns alle in Rottenburg ist Sülchen gleich dem christlichen Glauben der Alemannen Wahrzeichen des „Gottesackers“ unserer Verstorbenen, Pflanzstätte ewigen Lebens durch unseren Schöpfer und Herrn.

Diakon Wolfgang Urban

Das Museum
  • Der archäologisch-museale Teil der Sülchenkirche ist nur mit Führung zugänglich. Führungstermine und weitere Informationen erhalten Sie hier
  • Die Räumlichkeiten in der Unterkirche mit Ausstellungsbereich und Bischofsgruft ermöglichen nur eine beschränkte Teilnehmerzahl von 15 Personen pro Führung. Planen Sie bei größeren Gruppen bitte zwei Führungen ein.
  • Die Unterkirche ist nur über eine Treppe zugänglich.
  • Sanitäre Anlagen sind auf dem Friedhofsgelände vorhanden.

 

http://suelchen-museum.de/